Was macht die Mürwiker aus?

Der Mensch steht im Mittelpunkt - klingt gut, aber wie kann man das mit Inhalt füllen?

Geistig wesentlich behindert im Sinne des § 53 Abs. 1 Satz 1 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch sind Personen, die infolge einer Schwäche ihrer geistigen Kräfte in erheblichem Umfange in ihrer Fähigkeit zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft eingeschränkt sind.

Geist gilt hier dankenswerterweise als Kraft, die gesellschaftliche Welt zusammenzuhalten und einen Plan zur Teilhabe an/in ihr zu entwerfen. Nicht schlecht.

Dieser Geist äußert sich im Ich. Dieses Ich hält uns im Alltag gesellschaftlicher Realität, hält unsere Welt zusammen. Ist jedoch die geistige Kraft geschwächt, fällt ab und zu die Welt auseinander. Hier bedarf es des geistigen Rollstuhls, des Assistenten, der eine strukturelle Ich-Schwäche als Hilfs-Ich ausbügelt -  praktisch und gedanklich.

Die Gedanken sind frei und subjektiv und so ist die Hilfe stets dem Manipulationsverdacht ausgesetzt. Somit sind die Gedanken des Helfers methodisch reflexiv zu objektivieren.

Für Normalos birgt der Umgang mit geistiger Behinderung somit etwas Besonderes: Die Erfahrung von Geist als der eigenen Fähigkeit ein Stück Welt im Dialog mit anderen zusammenzuhalten. Der Dialog mit dem Anderen erweitert sich zum Dialog mit sich selbst.

Insofern ist die Arbeit und der Umgang mit behinderten Menschen immer auch die Entdeckung des Faszinosum Mensch.

Wie wir uns an der Subjektivität anderer und unserer selbst orientieren
und uns dabei nicht verlieren, das verraten wir auf den nächsten Seiten.