Die Mürwiker
Wir wissen, was wir tun.
Wir wissen, wie's geht.

Wer sind wir?

Die Mürwiker Werkstätten GmbH ist ein Unternehmen, in dem behinderte und nichtbehinderte Kolleginnen und Kollegen zusammen arbeiten und sich mit den vielfältigen Problemen auseinandersetzen, die ihre gemeinsame Arbeit aufwirft.

Was wollen wir?

Wir gestalten im Rahmen von Eingliederungshilfe den Alltag von Produktion und die Produktion von Alltag. Der ideologische Gegensatz von individueller Förderung und betrieblicher Produktivität wird durch die Praxis von Kollegialität und Leistung aufgehoben. 

Wir zeigen uns!

Wir sind eine Randgruppe. Na gut - und dann? Wir warten nicht, bis wir integriert werden, wir integrieren uns! Wir erobern uns mit unseren Möglichkeiten unseren Platz in der Gesellschaft!

Wir wissen, was wir tun 

Was machen wir?

Wir hauen rein - Arbeit in der WfbM ist die Möglichkeit, im Rahmen beruflicher Rehabilitation relative Selbständigkeit als Mitarbeiter zu entwickeln. Zum einen steht besonders im Hinblick auf leistungsschwächere behinderte Kolleginnen und Kollegen unter den oben genannten Voraussetzungen pädagogisch die Frage des gemeinsamen "Wie" der Produktion im Raum. Zum anderen ist Ziel für den Produktionsbereich auch die Produktions- und Erlössteigerung, um behinderten Kolleginnen und Kollegen orientiert an ihren Möglichkeiten maximale Löhne zahlen zu können. 

Nicht Butterbrot mit Quark, Solidarität macht stark

In der Betreuung von Schwerstbehinderten durch die Mürwiker Werkstätten GmbH geht es weniger um wirtschaftlich verwertbare Arbeit als vorrangig darum, diese Menschen als Gegenüber zu erreichen, sie am Leben der Gemeinschaft teilhaben zu lassen, sowohl ihre als auch eigene Menschlichkeit in der Kommunikation zu gewinnen.

Wir kümmern uns um unsere Leute

Ziel für den Bereich Wohnen ist zunächst die Erholung vom Arbeitsalltag. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und der unserer behinderten Kolleginnen und Kollegen üben wir in diesem Zusammenhang die Entfaltung von Selbstbestimmung und Identität. Unsere behinderten Kolleginnen und Kollegen sollen mit uns und mit sich selbst etwas anfangen können. Dazu bedarf es der Entwicklung einer persönlichen Zukunftsperspektive. In diesem Kontext sind Privatheit, Zuhause - auch im Alter nach einem Arbeitsleben -, aber auch Krise und Selbstbewußtsein sind die Orientierungspunkte unserer Arbeit. 

Ohne Moos nix los

Vornehme Zurückhaltung gegenüber Begriffen wie Kostenminimierung und wirtschaftliche Effizienz ist passé. Professionelles Kostenmanagement tut not. Unsere Verwaltung bekommt korrekte Daten, damit sie unsere Arbeit zu Geld machen, Löhne und Gehälter zahlen sowie zuverlässige Daten für die innerbetriebliche Steuerung produzieren kann.

Wir kümmern uns auch um uns selbst

Pädagogische Arbeit ist die Auseinandersetzung zwischen Menschen, deren Identitäten nicht unmittelbar ineinander aufgehen. Die Fragen "Wer bin ich in meinem beruflichen Handeln? Bin ich in meinem beruflichen Alltag noch ich und wer ist mein Gegenüber?" gilt es ernst zu nehmen, je nach Möglichkeit reflexiv im Hinblick auf pädagogische Professionalität zu thematisieren und zu bearbeiten, damit nicht irgendwann ein "Loch im Ich" entsteht. 

Wie setzen wir's um?

Diese allgemeinen Zielsetzungen werden in Konzepte der Bereiche Arbeiten, Wohnen und Verwalten sowie Stellenbeschreibungen der Kolleginnen und Kollegen umgesetzt. Die Konzepte Produktion, Wohnen und Verwalten sind die Grundlage unseres betrieblichen Handelns. Sie orientieren alle Kolleginnen und Kollegen hinsichtlich des Gesamtzusammenhangs der Aufgabenstellungen in der Mürwiker Werkstätten GmbH und sind für alle verbindlich. Darüber hinaus erfährt jede Kollegin die Ziele ihrer Stelle aus ihrer Stellenbeschreibung. In den o. g. Konzepten sind die Verfahren zur Setzung und Revision von betrieblichen Zielen und deren Ausrichtung am betrieblichen Alltag beschrieben. Aus den Konzepten werden die konkreten Leistungsvorgaben für jede Kollegin entwickelt und bezogen auf den praktischen Alltag mit ihr verbindlich vereinbart.

Wir wissen, wie's geht

Wie machen wir's? - So machen wir's!

Information - ist der Prozess der Datenproduktion und -verarbeitung zur Steigerung der Produktivität aller betrieblichen Abläufe in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Verwalten. Information wird benötigt, damit wir eine gute Qualität unserer Arbeit und somit unsere Marktfähigkeit gewährleisten können. Information bedeutet Zeitmanagement und Zeit ist Geld. Information ist wichtig, damit wir als Betrieb zu unserem und alle Kolleginnen und Kollegen zu ihrem Geld kommen. 

Also: Welche Information muss wer wie bekommen?

  • Wer eine Sache anfängt, bringt sie auch zu Ende, übernimmt Verantwortung für den Prozess. Er besorgt sich dazu die Daten, die er zur Erledigung seiner Aufgabe benötigt. Er ist verantwortlich für die Rückkoppelung zu allen Stellen, die vom Ergebnis seiner Arbeit tangiert werden. Daten müssen aufgabenbezogen, vollständig, eigenverantwortlich und zeitnah produziert und kommuniziert werden.
  • Jeder trägt damit Verantwortung und wird verantwortlich gemacht. Daten sind eine "Hol- und Bringschuld". Wer über sie verfügt, sorgt dafür, dass alle anderen Stellen die Daten, die sie benötigen, auch bekommen. Wer erkennt, dass ihm notwendige Daten fehlen, hat die Pflicht, diese einzufordern. Information ist nur bedingt an den Dienstweg gebunden.
  • Nach außen schaffen wir Klarheit darüber, wer betriebsinterner Ansprechpartner ist.


Beratung
- Das gesamte, für die betriebliche Leistungserbringung notwendige Wissen ist unabhängig von Hierarchien auf alle Kolleginnen und Kollegen verteilt. Beratung ist die ziel- und prozessorientierte Reflexion von klärungsbedürftigen Sachverhalten zwischen davon betroffenen Kolleginnen und Kollegen. In diesem Sinne hat Beratung den Zweck, die betriebliche Leistungserbringung zu optimieren. Dabei sind Aufwand und Ertrag in ein angemessenes Verhältnis zu setzen.


Führung
- bedeutet die Vermittlung des Realitätsprinzips. Führung bedeutet Leistung fördern. Leistung fördern bedingt, Rückmeldung zu geben, um die Möglichkeit zum Mitdenken zu schaffen, die Widersprüche der Praxis zu denken und diese zu moderieren. Dieses Leistungsverständnis der Mürwiker Werkstätten GmbH ist in den jedermann zugänglichen Konzepten niedergelegt. Sie basieren auf praktischer Selbstinvolviertheit und der Entwicklung von Wollen als geistiger Kraft. Pädagogische Leistung ist somit das Management des Widerspruchs zwischen eigener Subjektivität und gesellschaftlicher Objektivität.


Delegation
- Stellenbeschreibungen sind gebündelte Aufgabendelegationen, die eigenverantwortlich wahrgenommen werden. Im Alltag ist es die Aufgabe von Vorgesetzten, diese Aufgaben zu präzisieren, zu ergänzen und am eben beschriebenen Leistungsprinzip zu orientieren.


Entscheidung
- ist das bewusste und gezielte Auswählen zwischen verschiedenen Möglichkeiten des betrieblichen Handelns. Entscheidungen werden dort getroffen und verantwortet, wo die organisatorische Zuständigkeit liegt. Um aus einer Entscheidung einen gemeinsamen Weg zu machen, findet im Vorfeld der Entscheidung Beratung mit den beteiligten und betroffenen Stellen statt. Entscheidungen müssen sachgerecht, sorgfältig und rechtzeitig getroffen werden. Getroffene Entscheidungen sind von allen Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten zu vertreten. Die Möglichkeit einer begründeten Beschwerde bei der nächsthöheren Vorgesetzten bleibt davon unberührt. Bei veränderten Voraussetzungen werden Entscheidungen überprüft und, falls erforderlich, geändert.


Kontrolle
- Vertrauen ist gut - Kontrolle nicht besser, sondern notwendig, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und um die effektive Nutzung von Zeit, Geld und Personal zu erreichen. In den weit verzweigten Aufgabenbereichen unseres Betriebes ist Kontrolle in erster Linie Prozesskontrolle im Hinblick auf die Realisierung der Konzepte Arbeiten, Wohnen und Verwalten. Der Prozess der Leistungserbringung wird mit dem jeweils gesteckten Ziel verglichen. Dies ist eine nicht delegierbare Aufgabe von Vorgesetzten. Was delegiert wurde, muss auch kontrolliert werden. Die Entlastung von eigener Verantwortung ist dabei ein wesentlicher Aspekt. Daneben bedeutet Delegation Selbstkontrolle bei der Durchführung übernommener Aufgaben.


Auseinandersetzung
- Kritik ist eine Methode der Personalführung, mit der jede Kollegin sich in ein reflektiertes Verhältnis zu den Schwierigkeiten unseres gemeinsamen Alltages setzt. Praktizierte und erfahrene Kritik ist die Basis von Selbstbewusstsein. Gegenstand so verstandener Kritik ist die Leistung jeder Kollegin, nicht die Kollegin als Person. Anerkennung - kann nur im Zusammenhang mit erfolgreich geleisteter Auseinandersetzung entwickelt werden. Sie liegt im gemeinsam erarbeiteten Begriff dessen, was wir tun. Anerkennung ist die Erfahrung, dass die betriebliche Wirklichkeit auch im Gegensatz eine gemeinsame bleibt.


Fehlerreflexion
- Wir gehen davon aus, dass wir Fehler, die passieren können, irgendwann auch machen. Wenn es dann soweit ist, sollen sie im Sinne von Qualitätsmanagement als Lernanlass begriffen werden.


Konflikte
- sind aufgrund vorhandener Interessensgegensätze Teil betrieblichen Alltags. Sie sollen von allen Beteiligten produktiv genutzt werden im Hinblick auf die Optimierung betrieblicher Leistungserbringung. Die Moderation sich verschärfender Konflikte übernehmen Vorgesetzte. Dabei kann der Betriebsrat hinzugezogen werden.


Motivation
- resultiert aus der Reflexion der Arbeitsbedingungen durch den Kollegen unter der Fragestellung "Was ist mein Auftrag? Wer bin ich in meiner Arbeit?". Die Medien, mit deren Hilfe der Kollege diese Frage klären kann, sind die in seiner Stellenbeschreibung niedergelegten Zuständigkeiten und Gestaltungsmöglichkeiten, die er in diesem Zusammenhang gedanklich und praktisch mit seinem Vorgesetzten ausloten muß. In Zeiten gesellschaftlichen Wandels bedeutet dies eine Auseinandersetzung des Kollegen um seine sich wandelnde berufliche Tätigkeit. Bislang unhinterfragte Alltagsroutinen und mit ihnen korrespondierende gedankliche Grundannahmen müssen dabei kritisch beleuchtet und neu mit dem Horizont veränderter betrieblicher Praxis synchronisiert werden.


Personalentwicklung
- Die Leistung aller Kolleginnen und Kollegen ist die Basis der betrieblichen Leistungserbringung. Diese gilt es zu optimieren. Dazu dient die fachliche und methodische Weiterentwicklung aller Kolleginnen und Kollegen. Dieser Prozess von Professionalisierung soll geänderten ökonomischen und fachlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Die erkennbaren Entwicklungen und der daraus abzuleitende Qualifizierungsbedarf werden in der Revision der Konzepte Berufliche Bildung, Arbeiten, Wohnen und Verwalten beraten, verarbeitet und bekanntgegeben.

Die Mürwiker - Wir wissen, was wir tun. Wir wissen, wie's geht.