
Berufliche Bildung
Viele Menschen mit einer geistigen, psychischen und/oder körperlichen Behinderung stehen vor der Frage, wie sie für sich den (Wieder-)Einstieg ins Arbeitsleben gestalten können.
Wenn Sie mit der Schule fertig sind oder wenn Sie auf Grund Einer Behinderung keinen Arbeitsplatz finden, steht Ihnen nach § 102 SGB III die Möglichkeit offen, eine Berufliche Bildung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) durchzuführen. Sie dauert in der Regel zwei Jahre und wird über das Arbeitsamt oder den Rentenversicherungsträger finanziert.
Wenn Sie diese Leistungen im Rahmen eines persönlichen Budgets nach § 17 des Sozialgesetzbuches Nr. IX in Anspruch nehmen wollen, sagen Sie dies bitte Ihrem Berater bei der Antragstellung. Die in der Regel notwendige Assistenz für die Berufswegeplanung und die Verwaltung des Budgets übernimmt gern unser Partner FLITZ gGmbH in Flensburg Großestr. 3. Rufen Sie unter 04611461430 an und vereinbaren Sie einen Termin.
Die Berufliche Bildung ist eine Möglichkeit zur Eingliederung in das Arbeitsleben, wobei nach Ablauf der zwei Jahre zusammen mit den Teilnehmern entschieden wird, ob die berufliche Zukunft in der Werkstatt liegt, in einem Integrationsbetrieb. oder in einem normalen Wirtschaftsbetrieb.
Um für Sie als Teilnehmer das optimale Arbeitsfeld herauszufinden und Sie für diese Aufgabe zu qualifizieren, bilden wir in den Mürwiker Werkstätten in verschiedenen Arbeitsbereichen aus:
- Metallbearbeitung
- Holzbearbeitung
- Verpackung
- Montage
- Elektromontage
- Industriestickerei
- Näherei
- Druckerei und Weiterverarbeitung
- digitale Archivierung
- Aktenvernichtung
- Besen/Bürstenfabrikation
- Autopflege
- Aufarbeitung von Landmaschinen
- Garten- und Landschaftsbau
- Küche
- Landwirtschaft
Berufliche Bildung was bedeutet das ?
Zunächst geht es darum herauszufinden, was liegt Ihnen und für welchen Bereich möchte Sie sich qualifizieren?
Im ersten Jahr, im sogenannten Grundkurs, lernen Sie verschiedene Arbeitsbereiche durch Lehrgänge und Praktika kennen. Lehrgänge finden in der Gruppe statt, in der grundlegende Fachkenntnisse zu den verschiedenen Arbeitsbereichen erarbeitet werden. Nach jedem Lehrgang kann das Gelernte dann in einem Praktikum in einer der Produktionsgruppen gefestigt und weiterentwickelt werden. Auch Praktika außerhalb der Werkstatt sind möglich. Nach einem Jahr entscheiden Sie sich für einen Arbeitsbereich, in dem Sie sich qualifizieren möchten.
Im Aufbaukurs werden Sie praktisch in der gewählten Produktions- oder Dienstleistungsgruppe ausgebildet. Die Arbeiten werden von der Pike auf erlernt. Mehrere Wochen im Jahr finden Unterrichtsangebote statt, in denen ähnlich der Berufsschule Fachwissen vermittelt wird. Es werden Kurse angeboten, zur Bedienung von Maschinen und Arbeitsgeräten oder allgemeine Themen, die für die Selbständigkeit und das Leben als Arbeitnehmer wichtig sind (Kontoführung, Bewerbungstraining, Lesen, Schreiben, Rechnen, Mitbestimmung in der Werkstatt und vieles mehr).
Über den gesamten Zeitraum der Beruflichen Bildung bleibt der Gruppenzusammenhang erhalten. In der Gruppe erfahren Sie mehr über grundlegende Kenntnisse (wie z.B. Messen, Wiegen, Farben, Materialeigenschaften) und Sie nehmen an begleitenden Maßnahmen teil. Hierbei werden lebenspraktische Kenntnisse vermittelt. Ebenso werden Betriebsbesichtigungen, Ausflüge und Freizeiten, Sport und kreatives Arbeiten sowie Besuche von kulturellen Veranstaltungen angeboten.
Einstieg ins Arbeitsleben, was bedeutet das ?
Neben der fachlichen Ausbildung geht es auch darum, eigene Wünsche und Fähigkeiten wahrzunehmen, Regeln und Anforderungen des Arbeitslebens zu erkennen und zu verstehen.
Es gibt viel Neues und Unbekanntes - regelmäßig zur Arbeit kommen, den Arbeitstag durchhalten, Pausen einhalten und sorgfältig Arbeiten. Kollegen kennenlernen, mit Vorgesetzen umgehen, Wünsche äußern, seine Interessen vertreten und vieles mehr - auch dafür bieten wir Unterstützung. Für die Perspektive, relativ unabhängig zu werden, entsprechend der eigenen Leistungsfähigkeit seinen Unterhalt zu verdienen und Anerkennung zu finden, lohnt sich die Mühe.
Für jeden Teilnehmer entwickeln wir einen individuellen Förderplan, der vorhandene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen berücksichtigt. Die angestrebten Lernziele werden in der Gruppe, im Arbeitsbereich, aber auch in Einzelförderung verfolgt, überprüft und immer wieder überarbeitet.
Wenn Lernen nur so einfach wäre. Wer kennt die Schwierigkeiten nicht. Wir nehmen Rücksicht darauf, wir lassen Ihnen die Zeit, die Sie brauchen. Lernen heißt bei uns nicht pauken, sondern gemeinsam herauszufinden, wie es am besten gelingt. Und - auch nach der Beruflichen Bildung bieten wir unseren behinderten KollegInnen Fortbildung an.
Berufliche Bildung für Menschen mit psychischer Behinderung oder Erkrankung
In unsereren Zweigwerkstätten "Spektrum" in Flensburg und "nova" in Niebüll bieten wir Ihnen eine spezielle berufliche Bildung an, in der die, fachliche Qualifizierung mit einem Training zur psychosozialen Stabilisierung verbunden wird. Förderung der emotionalen Belastbarkeit, Erlangen von psychischer Stabilität, Umgang mit der Behinderung oder Krankheit, Kontakt- und Gruppenfähigkeit, Steigerung von Ausdauer und Leistungsfähigkeit und eigenverantwortliches Arbeiten sind wesentliche Ziele der Rehabilitation. Im "Spektrum" werden folgende Arbeiten durchgeführt: Industriemontage, Verpackungsarbeiten, Herstellung und Weiterverarbeitung bzw. Vermarktung von Druckerzeugnissen (Offsetdruck, Digitaldruck), kreative Eigenprodukte. In der "nova" geht es um Aktenvernichtung, digitale Archivierung, Bürodienstleitungen sowie Montage und Verpackung.
Als berufsfördernde Maßnahmen bieten wir Ihnen PC-Kurse, Satz und Layout, Einweisung in Fahrzeuge und technische Geräte, verschiedene Prüfungshilfen und Fremdsprachenkurse an. In Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Arbeit werden Hilfen zur beruflichen Integration, wie z.B. Bewerbungstraining und die Begleitung bei externen Praktika durchgeführt, die eine Wiedereingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zum Ziel haben.
Sportliche Aktivitäten (Tischtennis, Schwimmen, Wanderungen und ganzheitliche Bewegungsangebote wie Qi Gong), sowie kulturelle Aktivitäten und Veranstaltungen und ein eigener Werkstattchor im Spektrum, begleiten die persönliche Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Anforderung Arbeit. Wir bieten so die Möglichkeit, die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu üben sowie eigene Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln.
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