Empowerment? - Empowerment!

Empowerment ist als zentraler Auftrag der Sozialen Arbeit zu verstehen. Empowerment wird mit „Stärkung von Eigenmacht und Autonomie“, „Selbstbemächtigung“ oder „Selbstbefähigung“ übersetzt. Seinen Ursprung hat das Konzept des Empowerments in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, auch hier ging es darum, machtlose Menschen zu bemächtigen. Durch das Empowerment wird der Blick auf Defizite und Mängel durch die Wahrnehmung von Kompetenzen und Stärken überwunden.

Die vier Ebenen des Empowerments zeigen, dass es bei einer einzelnen Person beginnt, und bis hin zur vierten Ebene eine politische Dimension annimmt:

1.
Die erste Ebene ist dadurch gekennzeichnet, dass sie subjektbezogen ist. Es geht darum, einzelne Personen zu unterstützen, damit sie ihr Leben wieder in die eigenen Hände nehmen können. Dabei stehen die Interaktionsmedien Begleitung und Beratung im Vordergrund. Bei der Mürwiker Werkstätten GmbH wird dies beispielsweise durch die Persönliche Zukunftsplanung umgesetzt.

2.
Auf der zweiten Ebene werden in einer Gruppe Netzwerke, soziale Bewegungen und Selbsthilfe gefördert. Menschen miteinander in Verbindung zu bringen steht hier im Vordergrund. Dies findet innerhalb der Werkstatt Anwendung durch die verschiedenen begleitenden Angebote, dazu zählen unter anderem Die Mürwiker Band, die Redaktionsgruppe und die Fußballmannschaft Kicker Flensburg.

3.
Die dritte Ebene zielt auf soziale Einrichtungen und Projekte. Die Adressatinnen und Adressaten werden darin bestärkt, ihre Interessen zur Basis der institutionellen Sozialen Arbeit zu machen. Durch die Selbstvertretungsgremien wie z.B. den Werkstattrat, die Frauenbeauftragte, den Bewohnerbeirat und den Elternbeirat wird diese Ebene umgesetzt.Die vierte Ebene bezieht sich auf lokalpolitische und gesellschaftliche Bedingungen.

4.
Die vierte Ebene findet auch wieder durch die Selbstvertretungsgremien Anwendung. Diese werden von der Geschäftsleitung und einer ausgewählten Vertrauensperson dabei unterstützt, sich für die Interessen der Mitarbeiter und Bewohner nicht nur innerhalb der Einrichtung vor Ort sondern auch bundesweit auf politischer Ebene einzusetzen.

An dieser Stelle lässt sich eine Verbindung zum Prinzip der Partizipation herstellen, denn Empowerment lässt sich am besten durch Partizipation erreichen. Die partizipative Arbeitsweise ermöglicht den Adressatinnen und Adressaten Selbst- und Mitbestimmung bereits während der Zusammenarbeit, sodass durch dieses gleichberechtigte Miteinander Empowerment unmittelbar praktiziert wird.


Vergleiche hierzu:

  • Herriger, N. (2014): Empowerment in der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. Stuttgart, Kohlhammer (5., erweiterte und aktualisierte Auflage).
  • Lambers, H. (2013): Theorien der Sozialen Arbeit. Ein Kompendium und Vergleich. Opladen und Toronto, Verlag Barbara Budrich.
  • Rieger, J./Straßburger, G. (2014): Warum Partizipation wichtig ist - Selbstverständnis und Auftrag sozialer Berufe. In: Straßburger, G./Rieger, J. (Hrsg.): Partizipation kompakt. Für Studium, Lehre und Praxis sozialer Berufe. Weinheim und Basel, Beltz Juventa (S. 42 – 50).
  • Stimmer, F. (2012): Grundlagen des Methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit. Stuttgart, Kohlhammer (3., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage).
  • Wendt, P.-U. (2015): Lehrbuch Methoden der Sozialen Arbeit. Weinheim und Basel, Beltz Juventa.

Empowerment (sprich: Em-pau-er-ment) heißt:

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • mehr Selbstbestimmung
  • weg von den Schwächen, hin zu den Stärken
  • Mut machen und Mut haben
  • die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln
  • eigene Lebenswege finden und die eigenen Lebensräume selbstbestimmt gestalten
  • entdecke Deine eigenen Stärken und erhalte Unterstützung bei der Umsetzung Deiner Ideen und Pläne

Auf diesen Seiten finden Sie einige Beispiele, wie Empowerment bei den Mürwikern umgesetzt wird.
Viel Spaß beim Lesen.