FSJ / BFD / Praktikanten

Wir bieten Stellen in der Beruflichen Bildung, in der Werkstatt und im Wohnbereich.
Bei Interesse ruf uns gern an
Mo-Do  8-16 Uhr, Fr 8-14 Uhr

Informationen zu unseren FSJ- und BFD-Einsatzstellen findest Du auch hier.
 

Einrichtung Ort Kontakt
Berufliche Bildung Flensburg 0461-50306-657
Werkstatt Raiffeisenstraße Flensburg 0461-50306-657
Werkstatt Spektrum Flensburg 0461-50306-657
Werkstatt Treeneweg Flensburg 0461-50306-724
Werkstatt Gewerbegrund 2 Harrislee 0461-50306-657
Werkstatt Gewerbegrund 4 Harrislee 0461-50306-657
Werkstatt Glyngöre Harrislee 0461-50306-657
Werkstatt Harkmoor Munkbrarup 0461-50306-657
Werkstatt nova Niebüll 0461-50306-613
Werkstatt Weberstraße Niebüll 0461-50306-613
Wohngemeinschaft Rabenholz Dollerup 0461-50306-657
Wohnprojekt Mittendrin Flensburg 0461-50306-657
Wohngemeinschaft Terrassenstraße Flensburg 0461-50306-657
Wohnstätte Treeneweg Flensburg 0461-50306-657
Wohnstätte Brombeerhof Munkbrarup 0461-50306-657
Wohnstätten Niebüll Niebüll 0461-50306-639

Praktikanten

Das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) bei den Mürwikern

Informationen zu unseren FSJ- und BFD-Einsatzstellen findest Du auch hier.

Wir gehen davon aus, dass Freiwillige im Rahmen sozialer Arbeit sich einerseits gesellschaftlich engagieren, andererseits aber auch für sich ein Erfahrungsfeld schaffen wollen, in dem sie sich als Persönlichkeit mit bestimmten Motiven in Beziehung zur gesellschaftlichen Realität sozialer Arbeit setzen.

Berufliche Bildung / Begleitung in Wohnalltag und Produktion für Menschen mit Behinderung bedeutet bei der Mürwiker GmbH u.a., dass die  Kolleg*innen mit Behinderung Förderung in der Form erhalten sollen, dass sie in ihrem Alltag immer wieder die Möglichkeit geboten bekommen, sich situativ die Fragen zu beantworten "Was will ich? Was kann ich? Was soll ich? Also: Wer bin ich?". Diese handlungsleitenden Fragen müssen, da die Menschen nun einmal geistig behindert und zu bestimmten Reflexionsleistungen im Hinblick auf deren Beantwortung nicht fähig sind, immer wieder neu und situativ im Alltag unter Anleitung beantwortet werden. Diesen Prozess persönlicher Identitätsbildung verstehen wir als den Prozess gesellschaftlicher Integration.

Wohnheim/Werkstatt für Menschen mit Behinderung - nein danke? Nun ja - wahr ist: Es ist nicht mehr wie bei Muttern zu Hause und auch nicht ganz wie in einem normalen Betrieb. Aber: Irgendwann steht jede*r vor der Aufgabe, unabhängig von den Eltern in dieser Gesellschaft jemand zu werden. Also: Irgendwann ist jede*r ihres/seines Glückes Schmied. Und: 200 Kolleg*innen sind bereits dabei, mit ihren Betreuer*innen in den Wohnheimen und Werkstätten der Mürwiker GmbH ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Wie sieht dieser Weg aus? Der Einzug in ein Wohnheim bedeutet, seinen persönlichen Weg durchs Leben zu finden. Und wohin kann man dabei gelangen? Bis in das ambulant betreute Wohnen. Der Weg dorthin ist oft mühevoll und manche bleiben im Wohnheim oder der Wohngemeinschaft bzw. kehren dorthin zurück. Aber: Es lohnt den Versuch.

Genauso sieht es aus mit der Arbeit. Keiner muss Zeit seines Lebens in einer Werkstatt für behinderte Menschen bleiben. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich über verschiedene Zwischenstationen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, wenn die eigenen Ressourcen dies zulassen.

Was gehört zu diesem Lernweg? Rechtzeitig aufstehen, Frühstück machen, zur Arbeit gehen, Produktionsdruck aushalten, Geld verwalten, Hausarbeiten erledigen, sich um die eigene Gesundheit kümmern, Freizeit gestalten, mit Kolleg*innen zusammen leben und arbeiten - die man mag oder auch nicht -, leben in einer Partnerschaft, Kontakt halten zu den Eltern und gemeinsame Feiern. In Wohnheim und Werkstatt ist es also wie im richtigen Leben - es ist das richtige Leben.

Welche Rolle spielen hierbei die Teilnehmer*innen am FSJ ?

Wohnen

Du hilfst bspw. beim Übergang vom Wohnen in einem Wohnheim in eine selbständige Wohnform in einer eigenen Wohnung. Der Übergang von einer stationären Betreuung in einem Wohnheim in eine ambulante in einer Wohnung dauert ca. ein Jahr. In diesem Jahr werden die dazu notwendigen Fertigkeiten beim Wohnen in einer einem Wohnheim angegliederten Außenwohnung erworben und geschult. Für Absolvent*innen des FSJ bietet sich die Möglichkeit, dieses Projekt in der Planung und Durchführung zu begleiten.

Die Hauptaufgabe in der Begleitung liegt darin, den Übergang von einer durchgängigen Präsenz und Verfügbarkeit von pädagogischen Mitarbeiter*innen für Bewohner*innen zu einer Begleitung zu finden, die den Menschen mit Behinderung mehr auf sich und seine Möglichkeiten, sich selbst zu helfen, verweist. Somit ist es einerseits notwendig, die Besonderheit der Person zu erkennen und zu fördern, andererseits muss angemessen mit deren Einschränkungen umgegangen werden, um gemeinsam eine Balance zwischen Möglichkeiten und Grenzen zu erarbeiten.

Unter Anleitung durch eine*n Mentor*in wird hier den Freiwilligen die Möglichkeit geboten, in der Planung und Gestaltung dieses personenzentrierten Verselbständigungsprozesses sich mit der Realität sozialer Arbeit und sich selbst auseinanderzusetzen.

Arbeiten

In der Produktion einer Werkstatt für behinderte Menschen gilt dies ebenso. Unser Arbeitsangebot geht von einfachsten Arbeiten über Elektromontage, Garten- und Landschaftspflege, Arbeit in Großküchen, Verpackung und Kfz-Pflege bis hin zur Bedienung von CNC-Maschinen in zwei großen Metallbauabteilungen.

Arbeit ist dabei nicht nur Lohnarbeit, sondern auch Medium der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der Übernahme der Rolle einer*s Arbeitnehmers*in. Der Lernweg führt hier über die Berufliche Bildung, die Produktionsgruppen in der WfbM, über Praktika und Außenarbeitsgruppen direkt in anderen Firmen bis zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch bei diesem Verselbständigungsprozeß behinderter Menschen können Absolvent*innen des FSJ unter den gleichen Bedingungen wie oben ihre Rolle übernehmen.

Umgang mit dem Erlebten

Wie oben bereits erwähnt, ist unsere Pädagogik nicht primär Verhaltensproduktion, sondern auf Erkenntnisgewinn orientiert. Was heißt das nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern für einen jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr?

Er kann sich selbst erst einmal im praktischen Alltag einer pädagogischen Einrichtung erleben, sich ausprobieren. Er wird dabei mit allerlei Bestrebungen konfrontiert, ihn im pädagogischen Alltag zum Betreuer, zum Freund, zum Komplizen oder im Enttäuschungsfalle zum Gegner zu machen. Um sich nicht über das Gewollte und Verarbeitbare hinaus persönlich zu verstricken, muss er eine gewisse systematische Eigenwahrnehmung entwickeln können, um sich darüber klar zu bleiben, was er selbst will, kann und soll. Dies kann er nur, wenn er die Möglichkeit geboten bekommt, im Rahmen alltäglicher Praxis folgende Fragen systematisch zu beantworten:

  • Wie erlebe ich mich im pädagogischen Alltag?
  • Was erinnere ich aus praktischen Situationen mit zu Betreuenden?
  • Was wollen zu Betreuende aus meiner Sicht von mir?
  • Wie äußern sie sich?
  • Was will ich?
  • Wie äußere ich mich?
  • Kann ich meine Vorstellungen in die Praxis umsetzen?
  • Welche Reaktionen erfahre ich?
  • Wie reagiere ich?
  • Wie kann ich handeln und wem nützt es?
  • Welches Selbstverständnis entwickle ich?

Das Freiwillige soziale Jahr bei der Mürwiker GmbH ist somit sowohl auf praktischen Einsatz als auch auf die Möglichkeit hin ausgelegt, sich im Rahmen sozialer Arbeit über sich selbst Klarheit zu verschaffen. Dies soll nicht jede*r mit sich allein im stillen Kämmerlein abmachen, sondern geschieht in Gesprächen mit Kolleg*innen und eine*r Mentor*in.