Leichte Sprache bei uns:
Uns ist wichtig, dass möglichst viele Menschen bei uns die interne Kommunikation und Dokumentation verstehen. Deshalb übersetzen wir bspw. Briefe, Verträge, Hygienebelehrungen, Info-Aushänge etc. in Leichte Sprache, denn Leichte Sprache ermöglicht ein einfacheres Lese- und Textverständnis. Um zu überprüfen, ob die Texte tatsächlich leicht zu lesen und zu verstehen sind, haben wir zwei Prüfgruppen für Leichte Sprache – in Flensburg und in Niebüll.
In den Prüfgruppen prüfen unsere Expert*innen in eigener Sache mit unterschiedlichen Lesefähigkeiten die Texte auf Verständlichkeit. Nur mit dem Einverständnis der Gruppen und den eingefügten Änderungswünschen veröffentlichen wir unsere Leichte Sprache-Texte auf unseren internen Kanälen. Somit sichern wir einen internen Informationsfluss, der weitestgehend barrierefrei und inklusiv ist.
Was ist Leichte Sprache?
Leichte Sprache ist eine vereinfachte Form des Deutschen und orientiert sich an Regeln, welche gemeinsam mit Menschen mit Behinderung entwickelt wurden.
Die Forderung nach der Entwicklung einer Leichten Sprache ging in den 1970er Jahren aus der amerikanischen Selbstbestimmungsbewegung hervor – Menschen mit Behinderung verlangten weniger Barrieren in der Sprache. Sie wollten mitreden, mitdiskutieren und nicht durch Sprache von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Ziel war, mit einer vereinfachten Form der Sprache Informationen selbstständig erschließbar und zugänglich zu machen. Menschen mit Behinderung waren dadurch nicht mehr zwingend auf andere Personen angewiesen, die ihnen schwere Texte erklären, sondern wurden dazu befähigt, möglichst selbstständig und eigenverantwortlich Texte zu lesen und sich zu Themen zu informieren – ein großer Schritt im Bereich Empowerment und Selbstwirksamkeit.
Die amerikanische Idee einer vereinfachten Form der Sprache schwappte in den 1990er Jahren dann auch nach Europa und Deutschland. Erste Regeln für eine einfache Form des Deutschen wurden geschaffen und über die Jahre bis heute immer weiterentwickelt.
Leichte Sprache wird hauptsächlich für Gebrauchs- und Sachtexte genutzt, um den Leser*innen alltägliche und z. B. politische Themen näherzubringen. Sie dient als ein zusätzliches Angebot und erklärt komplexe Themen in simpler und verständlicher Sprache. Aber auch das Thema mündliche Leichte Sprache ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, denn auch Vorträge und Reden können für ein besseres Verständnis übersetzt werden. Bei barrierefreien Veranstaltungen übersetzen ausgebildete Simultan-Dolmetscher*innen mitunter auch in Leichte Sprache.
Leichte Sprache schließt Menschen, die nicht oder nicht so gut lesen können, in die (gesellschaftliche) Kommunikation ein und schafft somit die Möglichkeit zu (mehr) gesellschaftlicher Teilhabe. So können sich auch Menschen mit Behinderung beispielsweise selbstständig informieren, ihren Interessen nachgehen, sich eine eigene Meinung bilden, ihre Rechte einfordern und mitreden. Selbstständig lesen können bedeutet auch, autonome Entscheidungen treffen zu können. Die eigene Selbstwirksamkeit wird gesteigert und somit auch das eigene Selbstwertgefühl.