Unterstützte Kommunikation bei uns:
Wir möchten Menschen, die eine Beeinträchtigung in der sprachlichen Kommunikation erfahren, unterstützen, ihre Gefühle und Wünsche zu äußern. Deswegen ist uns sehr wichtig, dass unsere Angestellten über Unterstützte Kommunikation Bescheid wissen und die Definition kennen, um entsprechend an Methoden oder Hilfsmittel heranzuführen und zu unterstützen. Dafür hat sich Ende 2024 ein Arbeitskreis für das Thema Unterstützte Kommunikation gegründet. Der Arbeitskreis besteht aus Kolleg*innen verschiedener Mürwiker-interner Arbeitsbereiche und bündelt so unterschiedliches Fachwissen. Der Arbeitskreis erarbeitet derzeit ganzheitliche Strukturen für das Thema Unterstützte Kommunikation für das Unternehmen und trägt als Expert*innen das Wissen in die einzelnen Teams und Arbeitsbereiche.
Was ist Unterstützte Kommunikation?
Unterstützte Kommunikation ist eine Möglichkeit, Menschen mit sprachlichen Schwierigkeiten gesellschaftliche Teilhabe erfahren zu lassen und Unterhaltungen führen zu können. Diese Menschen haben Schwierigkeiten sich verbal zu äußern, beispielsweise durch angeborene oder erworbene Beeinträchtigungen in der sprachlichen Kommunikation. Das kann z. B. motorische oder neurologische Gründe haben, sodass Schwierigkeiten bei der Bewegung des Mundes, der Zunge oder der Formung von Lauten entstehen können.
Unterstützte Kommunikation orientiert sich am humanistischen Menschenbild: Jeder Mensch hat ein Recht auf Sprache und somit auch ein Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe. In der Unterstützten Kommunikation geht es daher darum, Menschen mit sprachlichen Schwierigkeiten eine Möglichkeit zu geben, sich auszudrücken und verständlich zu machen. Durch verschiedene Methoden und Hilfsmittel wie beispielsweise Körpersprache, Mimik, Gestik und Gebärden wird die Kommunikation unterstützt. Auch gibt es Möglichkeiten mit Bildern und Piktogrammen zu arbeiten sowie mit Gegenständen, Gerüchen, Farben oder Tönen. Zudem gibt es technische Hilfsmittel, z. B. Apps, Tablets und Talker, die durch verschiedene Bedienmethoden Sätze oder Wörter laut vorlesen können.
Bei Unterstützter Kommunikation führt man die Person langsam und mit steten Wiederholungen an die Methoden und Hilfsmittel heran. Dabei wird zunächst die Biografie der Person genauer betrachtet sowie eine Einschätzung der aktuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten gemacht. Danach werden gezielt bestimmte Methoden und Hilfsmittel ausprobiert, die dem Lernstand des Menschen entsprechen. Dabei ist wichtig, die Person langsam an die Methoden und Hilfsmittel heranzuführen. Es reicht nicht, ein Wort einmal zu sagen oder einen Gegenstand einmal zu zeigen. Piktogramm-Systeme oder unterstützende Gebärden haben genaue und festgelegte Bedeutungen, die wie jede verbale Sprache auch, gelernt werden muss – von der Person, die Unterstützte Kommunikation nutzt sowie von den Personen, die die Unterstützte Kommunikation anleiten bzw. modellieren. So können alle Beteiligten lernen, sich gegenseitig zu verständigen und zu verstehen.